Dies ist pdf national geographic als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Die Craters of the Moon liegen in einer der abgelegensten Regionen der Vereinigten Staaten, wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts näher erkundet und 1924 unter Schutz gestellt.

Zuvor mehrfach geringfügig erweitert, wurde das Gebiet im Jahr 2000 auf die 13-fache Fläche ausgedehnt. Seitdem stehen das ganze Vulkanfeld einschließlich des Wapi-Felds im Süden und die angrenzenden Präriegebiete unter Naturschutz. Der Name des Schutzgebietes stammt vom lebensfeindlichen Eindruck, den frühe Besucher hatten. Im Rahmen des Apollo-Programms nutzten Astronauten das Gebiet kurzzeitig zur Ausbildung.

Das Craters of the Moon-Gebiet liegt im Zentrum der vulkanisch geprägten Ebene des Snake Rivers, die sich durch den Süden Idahos zieht. Wie die gesamte Ebene fällt es leicht und gleichmäßig nach Süden ab. Die heutige Landschaft und ihr geologischer Untergrund wurden in drei charakteristischen Phasen geprägt. Der Untergrund der Ebene sind rhyolithischer Tuff und Gesteine aus verdichteter vulkanischer Asche. Das heutige Schutzgebiet befand sich vor rund 11 Millionen Jahren über dem Hotspot. Das aus dem Erdmantel aufsteigende Magma schmolz Granitgestein der Erdkruste. Dabei wölbte sich die Erdoberfläche auf.

Bei einer weiteren Steigerung der Energie kam es zur katastrophalen Eruption und der geschmolzene Granit wurde in Form von Rhyolith ausgeworfen. Vor rund sechs Millionen Jahren begann im westlichen Nordamerika ein tektonischer Prozess, der zu einer Dehnung der Erdkruste führte, die eine Vielzahl weitgehend paralleler, grob in Nord-Süd-Richtung verlaufender Grabenbrüche zur Folge hatte. Im Great Rift, wie in den anderen Brüchen in der Snake River Plain, stieg basaltisches Magma in Dykes auf und trat in Form von Spaltenvulkanen, Schlackenkegeln und flachen Schildvulkanen an der Oberfläche aus. Die bisher letzte Phase vulkanischer Aktivität im Crater of the Moon Gebiet begann vor etwa 15. Am Great Rift traten drei und weiteren Brüchen fünf weitere junge Lavafelder aus. Die drei Felder des Great Rift, Craters of the Moon, Kings Bowl und Wapi, liegen innerhalb des Schutzgebietes.

Lavafelder bestehen aus der gering viskosen Pāhoehoe-Lava. In erstarrter Form ist sie durch glatte Oberflächen und runde Formen gekennzeichnet, die vereinzelt einen blauen oder grünen Glanz annehmen können. Geochemisch bestehen die basaltischen Lavaflüsse im Craters of the Moon-Feld aus olivinischem Tholeiit. Bei den Eruptionen wurden außer den Lavaströmen rund 25 Schlackenkegel aufgeworfen, die häufig durch mehrere naheliegende Schlote entstanden, so dass sich die Kegel überlappen oder vollkommen ineinander liegen. Außerdem wurden vulkanische Bomben verschiedener Typen und Größen ausgestoßen.

Die jüngsten Erscheinungen sind kleinere Lavaströme im Norden des Craters of the Moon-Feld. Darunter ist der North Crater Flow, der auf ein Alter von etwa 2000 Jahren datiert wurde. Auch wenn die vulkanische Aktivität im Craters of the Moon Gebiet seither ruht, ist sie nicht erloschen. Das Gebiet der Craters of the Moon liegt im Bereich der Östlichen Snake-River-Basalt-Ebene.

Das Klima ist semi-arid, kontinental mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Die Böden sind jung, soweit vorhanden ist die Humusauflage gering. Die jungen Lavaflächen sind zumeist ohne jede Vegetation. In Spalten und Rissen wachsen diverse Arten, die extreme Trockenheit ertragen. Auf verwitterten Lavafeldern ist die typische Pflanzengesellschaft eine Wüsten-Beifuß-Steppe. Der namensgebende Wüsten-Beifuß bildet großflächig niedriges Gebüsch, ansonsten ist der Boden locker mit Gräsern der Prärie bedeckt.

Die gleichen Pflanzengesellschaften bedecken auch die Böden außerhalb der Lavafelder. Die Vegetation ist dichter, weshalb die Flächen zur extensiven Weidenutzung mit Rindern dienen. Die Prärien im Zentrum und Süden des Gebietes sind durch historische und anhaltende Beweidung stark gestört. Die Tierwelt ist geprägt durch die große Trockenheit und die extremen Sommertemperaturen. Verschiedene Tiere passen sich durch eine nächtliche Lebensweise an.

Ursprünglich war die Snake-River-Ebene dünn von Shoshonen besiedelt. Die Lavafelder und die anderen vulkanischen Strukturen des Great Rifts waren jedoch lebensfeindlich und wurden nicht dauerhaft genutzt. An einer Lavaröhre, die heute als Indian Tunnel bezeichnet wird, wurden Steine künstlich um die Tunnelöffnung angeordnet. 6 brachte die ersten Weißen ins heutige Idaho, sie passierten das Gebiet aber nördlich vom heutigen Schutzgebiet. 1901 fand die erste Begehung des Gebietes durch einen Geologen der US Geological Survey statt. Harold Stearns, Geologe der USGS besuchte das Gebiet 1921 und 1923 und verfasste eine erste Beschreibung, die 1924 in der Geographical Review veröffentlicht wurde.